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Und so wird Ihr Abwasser wieder sauber ! |
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| Zulaufhebewerk | |
| Im Zulaufhebewerk wird das in ca. 6 m Tiefe ankommende Abwasser aus dem Hauptsammler (DN 1100) auf Geländehöhe angehoben, so dass es die gesamte Kläranlage im freien Gefälle durchlaufen kann. Die Schnecken 1 und 2 fördern max. 350 l/s in die Anlage, die Regenwetterschnecke 3 fördert bei Bedarf bis max. 900 l/s Abwasser in das der Kläranlage vorgelagerte Regenüberlaufbecken (RÜB) | |
| Regenüberlaufbecken (RÜB) | |
| Das RÜB Edingen hat die Aufgabe, die durch Regenereignisse stark erhöhte Abwassermenge aufzunehmen, da in die Kläranlage nur 350 l/s übernommen werden können. Fällt die ankommende Abwassermenge wieder unter 350 l/s, entleert sich das RÜB langsam in den Hauptsammler zur Kläranlage. Um Schlammablagerungen zu vermeiden, ist das Becken mit 4 Strahlbelüftern ausgerüstet, die sich bei fallendem Wasserstand automatisch zuschalten. Bei starken Regenfällen überschreitet der Regenwetterzulauf zeitweise das Fassungsvermögen des RÜBs von ca. 5.000 m3, das überlaufende Wasser wird in die Dill, abgeleitet. Durch die starke Verdünnung und die Sedimentation der Schlamm- und Sandanteile im RÜB tritt keine Beeinträchtigung der Dill ein. Insgesamt existieren 14 RÜB´s im Einzugsgebiet, zusammen haben diese ein Fassungsvermögen von ca. 17.000 m3. | |
| Rechenanlage | |
| Aufgabe der Rechenanlage ist die Entfernung von Grobstoffen (z.B. Papier, Binden, Plastikteile, u.s.w.) aus dem Abwasser. Die alten Stabrechen mit einem Stababstand von ca. 20 mm wurden im Zuge der Kläranlagenerweiterung durch moderne Filterrechen ersetzt. Die Filterkörbe sind mit Bohrungen von nur 6 mm versehen, wodurch sich der Rechengutaustrag im Vergleich zum alten Stabrechen fast verdoppelt hat. Zur Volumenreduzierung des stärker anfallenden Rechengutes wurde eine Waschpresse eingebaut. In der Waschpresse werden die organischen Inhaltsstoffe des Rechengutes ausgewaschen und dem Abwasserstrom zugeführt. Mit der Rechengutbehandlung wird ein Entwässerungsgrad von > 40 % TS und eine Volumenreduktion von 70 Vol. % erreicht. Das Rechengut wird auf der Kreismülldeponie entsorgt. | |
| Sand- und Fettfang | |
| Um Betriebsstörungen durch Ablagerungen von Sand in den nachfolgenden Becken und z.B. Schmirgelwirkung des Sandes in Pumpen und Leitungen zu verhindern, wird der im Abwasser enthaltene Sand durch Verminderung der Fließgeschwindigkeit im Sandfang zum Absetzen gebracht. Durch Lufteinblasung werden organischen Stoffe in Schwebegehalten, Fett und andere Leichtstoffe in die Fettkammer gespült. Der Sand setzt sich am Beckenboden ab. Sand und Fett werden mit einem Räumer in Trichter geschoben und von dort mit speziellen Pumpen weitergefördert. Das Fett wird als Bakteriennahrung dem Faulturm zugegeben, der Sand durchläuft eine Waschanlage, die den organischen Anteil auf ca. 2 % reduziert. Der Sandanfall liegt wetterabhängig bei 1 bis 2 m3 pro Woche. | |
| Vorklärbecken (VKB) | |
| Das Vorklärbecken hat die Aufgabe ungelöste, absetzbare Stoffe aus dem Abwasser zu entfernen. Durch die geringe Fließgeschwindigkeit in Verbindung mit der Aufenthaltszeit des Abwassers im VKB von fast einer Stunde sinken die ungelösten Stoffe (zum größten Teil Schlammpartikel) zu Boden und werden von einem Räumer in Schlammtrichter am Beckenanfang geschoben. Der mehrmals täglich abgezogene Frischschlamm wird in einen Vorlageschacht geleitet und dem Faulturm zugeführt. Das VKB der Kläranlage Edingen ist als Rechteckbecken ausgeführt. Um ein Zurückfließen der Bakterienmasse aus dem Denitrifikationsbecken in das VKB zu vermeiden, wurde im letzten Beckendrittel eine Trennwand eingesetzt, so dass das nutzbare Vorklärvolumen jetzt 450 m3 beträgt. | |
| Denitrifikationsbecken | |
| Über 3 Kernlochbohrungen DN 800 gelangt das mechanisch vorgereinigte Abwasser in die biologische Stufe der Kläranlage. Parallel zum VKB befinden sich die beiden Denitrifikationsbecken. Ihr Volumen beträgt je 620 m3. Das zulaufende Abwasser wird hier mit nitratreichem Rücklaufschlamm (Bakterienmasse) und Rezirkulationsschlamm vermischt. Zwei langsam laufende Rührwerke pro Becken verhindern das Absetzen der Bakterienmasse. Da die Bakterien zur Aufrechterhaltung ihres Stoffwechsels Sauerstoff benötigen, dieser aber im Deni-Becken nicht vorhanden ist, spalten die Bakterien den Schadstoff Nitrat in seine Bestandteile Stickstoff und Sauerstoff auf. Den Sauerstoff verbrauchen die Bakterien, der gasförmige Stickstoff entweicht in die Atmosphäre. Diesen Vorgang der Umwandlung vom Schadstoff Nitrat zum freien Stickstoff durch Bakterien nennt man Denitrifikation. | |
| Nitrifikationsbecken (Belebungsbecken) | |
| Über eine Verteilerrinne am Ende der
Deni-Becken wird das Gemisch aus Abwasser und Bakterienmasse über
Dükerleitungen DN 600 in die Belebungsbecken 1 bis 3 eingeleitet. Die
Becken sind 4 m tief und haben ein Volumen von je 830 m3.
Aerobe Bakterien übernehmen hier den Abbau von Kohlenstoff und die
Umwandlung von Ammoniumstickstoff zu Nitratstickstoff, Nitrifikation
genannt. Dazu benötigen die Bakterien einen Sauerstoffgehalt von ca. 2 mg
pro Liter Abwasser. Die Sauerstoffversorgung übernehmen 3
Drehkolbengebläse, die bis zu 4.800 m3 Umgebungsluft pro Stunde ansaugen,
verdichten und über Membranbelüfter am Beckenboden einblasen.
Messgeräte überwachen ständig den Sauerstoffgehalt, Frequenzumrichter
regeln die Motordrehzahl der Gebläse. In den nachfolgenden Nitrifikationsbecken 4 und 5
wird die Luft durch Wendelbelüfter an der Oberfläche eingetragen. Zwei
Rührwerke sorgen für eine gute Durchmischung der als Umlaufgraben
ausgeführten Becken mit einem Gesamtvolumen von 2.600 m3. Sollte die Nitrifikation bereits im Belebungsbecken 1 bis 3 zufriedenstellend erfolgt sein, können die Nitri-Becken 4 und 5 bei Bedarf durch Abschalten der Belüfter und durch Zugabe von kohlenstoffreichem Zulaufwasser oder externen Kohlenstoffträgern (z.B. Methanol oder Glukose) auch zur Denitrifikation genutzt werden. |
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| Nachklärbecken (NKB) | |
| In den beiden Nachklärbecken erfolgt die Schlamm / Wassertrennung. Der Belebtschlamm setzt sich aufgrund der geringen Fließgeschwindigkeit und der großen Beckenvolumen auf der Beckensohle ab. Der Schlamm wird von den Bodenschildern der Nachklärbeckenräumer in Trichter geschoben. und mit Pumpen zurück in das Denitrifikationsbecken gefördert. Der abgepumpte Schlamm wird daher Rücklaufschlamm genannt. In der Ablaufrinne der Nitri-Becken 4 und 5 wird das Abwasser-Belebtschlammgemisch auf die beiden NKB verteilt. Das NKB 1 fasst ca. 1.350 m3. Wegen der geringen Beckentiefe von 2,50 m setzt sich der Belebtschlamm jedoch nur unvollständig ab. Deshalb wird das ablaufende Wasser zusätzlich in das NKB 2 geleitet. Dieses neu gebaute Rundbecken hat ein Fassungsvermögen von ca. 4.000 m3 und einen Durchmesser von 37,50 m. Durch die Wassertiefe von ca. 3,70 m zeigt der Belebtschlamm hier sehr gute Absetzeigenschaften. | |
| Phosphatfällung | |
| Das im Abwasser gelöste Phosphat wird im NKB 2 chemisch ausgefällt. Dazu wird im Zulauf des Nachklärbeckens ein metallhaltiges Fällungsmittel zugegeben, hier Aluminium- und Eisenchlorid. Die Metallionen verbinden sich mit dem gelösten Phosphat zu gut absetzbaren Flocken, der ausgefällte Schlamm wird mit dem Rücklaufschlamm abgezogen. | |
| Ablaufmessanlage und Ablaufleitung | |
| Das gereinigte Abwasser aus dem NKB 2 läuft in die Ablaufmeßrinne, wo der PH-Wert, Leitfähigkeit, Restsauerstoffgehalt, Trübung und die Abwassermenge gemessen werden. Zur genauen Ermittlung der für die zu zahlende Abwasserabgabe maßgeblichen Abwassermenge wurde ein Venturi-Meßgerinne mit Echolot-Wasserspiegelmessung eingebaut. Über eine 120 m lange Rohrleitung wird das gereinigte Abwasser dem Vorfluter, der Dill zugeführt. | |
| Überschussschlamm | |
| Durch die optimalen Lebensbedingungen in der Kläranlage vermehren sich die zur Abwasserreinigung notwendigen Bakterien ständig. Dieser Überschuss an Bakterienmasse wird als "Überschussschlamm" dem Kreislauf entzogen und über eine neue Siebbandentwässerung gefahren, wo der Schlamm auf ca. 8 % Trockensubstanzgehalt gebracht wird. Jetzt kann er dem Faulturm zugegeben werden. | |
| Schlammfaulung | |
| Der auf der Kläranlage anfallende Schlamm wird mit Exenterschneckenpumpen dem Faulturm zugeführt. Dieser hat ein Volumen von 2.000 m3 und ist ca. 20 Meter hoch. Hier bauen verschiedene anaerobe Bakterien in 4 Phasen die organischen Anteile des Schlammes ab. Sie benötigen dazu eine konstante Faulraumtemperatur von ca. 35oC. Dabei entstehen täglich ca. 500 m3 Biogas, das aus 70 % Methan und 30 % Kohlendioxid besteht. | |
| Gasometer | |
| Der Gasometer fasst 500 m3 Biogas. Er dient als Speicher und Vorlagebehälter für die Heizungsanlage, die einen Großteil des im Faulturm erzeugten Gases verheizt. Ist der Gasanfall höher als der Verbrauch in der Heizung, wird das überschüssige Gas über eine Gasfackel abgebrannt. | |
| Eindicker | |
| Der Eindicker der KA Edingen hat ein Volumen von 650 m3. Aufgabe eines Eindickers ist die statische Eindickung von Schlämmen. Das entstehende Trübwasser wird in zwei nebenstehende Trübwasserstapelbehälter von je 120 m3 Volumen gepumpt und zu belastungsschwachen Zeiten dem Kläranlagenzulauf zugeleitet. | |
| Schlammbehandlung | |
| Der durch das Beschicken des Faulbehälters verdrängte ausgefaulte Schlamm, mit ca. 3 % Trockensubstanzgehalt, wird auf einer Siebbandpresse entwässert. Durch Einmischen von Sägemehl in den Faulschlamm wird beim Pressenein TS-Gehalt von 28 % erreicht. Der jetzt stichfeste Schlamm (täglich ca. 10 Tonnen) wird größtenteils landwirtschaftlich verwertet, der Rest wird zur Rekultivierung verwendet. | |
| Labor | |
| Im kläranlageneigenen Labor wird das Abwasser ständig auf seine Inhaltsstoffe untersucht. Häufigkeit und Art der Untersuchungen werden vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Um die Klärprozesse richtig steuern zu können sind zahlreiche zusätzliche Messungen erforderlich. | |
| Leitzentrale | |
| In der Betriebszentrale der Kläranlage wurde ein Leitstellenrechner installiert. Hier laufen alle Betriebsmeldungen und Messdaten zusammen. Daten und Messpunkte, die in den SPS-Steuerungen nicht eingebunden sind, werden dem Rechner per Hand zugeführt. Somit ist ein Steuern der Anlage vom Rechner aus möglich. Weiterhin dient er zur Archivierung sämtlicher Betriebs- und Stördaten, Kurvendarstellung, der Messwertverwaltung und Protokollerstellung. Im Büro der Kläranlage befindet sich ein Leuchtschaltbild, das die Gesamtanlagentechnik veranschaulicht. | |
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