Energetische Optimierung der Rührwerke, Sandfanggebläse und Sauerstoffversorgung auf der Kläranlage Sinn-Edingen
Die Stadtteile Amdorf, Burg, Herborn, Hirschberg, Hörbach, Merkenbach, Schönbach und Uckersdorf der Stadt Herborn sowie die Ortsteile Edingen, Fleisbach und Sinn der Gemeinde Sinn und der Ortsteil Greifenstein der Gemeinde Greifenstein entwässern ihr Schmutz- und Regenwasser in die Kläranlage Sinn-Edingen.
Die Kläranlage Sinn-Edingen macht die anfallenden Abwässer durch Aufbereitung unschädlich und leitet diese in die Dill ein. Die Kläranlage Sinn-Edingen steht im Ortsteil Edingen der Gemeinde Sinn und ist für 34.500 EWG, Größenklasse 4, zugelassen.
Wir verbrauchen pro Jahr ca. 1.000.000 kWh Strom. Der Stromverbrauch liegt mit 29,2 kWh/EW und Jahr in einer vergleichsweise niedrigen Größenordnung (lt. Bericht des Gewässerschutzbeauftragten für das Jahr 2023). Die vorhanden technischen Anlagen werden stets auf einem aktuellen Stand gehalten und regelmäßig gewartet.
Auf der Kläranlage Sinn-Edingen sollen zur energetischen Optimierung die Rührwerke im Denitrifikationsbecken und das Sandfanggebläse ausgetauscht werden sowie ein O2-Regler zur übergeordneten Steuerung der biologischen Reinigungsstufe implementiert werden.
Optimierung der Rührwerke im Denitrifikationsbecken
Die vier Rührwerke im Denitrifikationsbecken haben eine spezifische Leistung von 4,91 W/m³. Der Zielwert der spezifischen Leistung liegt bei ca. 2 W/m³. Durch den Einsatz neuer, effizienter Rührwerke kann eine Einsparung von etwa 30.000 kWh pro Jahr erzielt werden.
Optimierung des Sandfanggebläses
Mit dem installierten Sandfanggebläse könnte insgesamt ein Sandfangvolumen von 607 m³ belüftet werden. Tatsächlich hat der Sandfang ein Volumen von 261 m³. Somit wird der Sandfang aktuell um mehr als das doppelte belüftet. Somit könnten bei Einbau eines neu dimensionierten Sandfanggebläses etwa 9.500 kWh pro Jahr eingespart werden.
Implementierung einer übergeordneten Steuerung der Sauerstoffversorgung
Die Sauerstoffversorgung der Belebungsbecken erfolgt durch den Betrieb von vier Gebläsen. Der spezifische Energiebedarf der Gebläse für das Belebungsbecken beträgt 16,1 kWh pro Einwohner und Jahr. Der erreichbare Zielwert für die biologische Reinigungsstufe liegt bei rund 10 kWh pro Einwohner und Jahr. Dieser Wert wurde in den letzten Jahren auch mehrfach erreicht.
Um diesen Zielwert zu erreichen ist der Einsatz eines separaten Reglers erforderlich, der die Steuerungsprozesse für die Belüftung übernimmt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer nachgeschalteten intermittierenden Denitrifikation für die Nitrifikationszone
Umsetzung der Maßnahmen
Die Maßnahmen sollen ab dem 01.05.2026 umgesetzt werden und spätestens im Herbst 2027 abgeschlossen sein. Insgesamt wurden für die Maßnahmen Mittel in Höhe von ca. 280.000 Euro veranschlagt.
Die oben genannten Maßnahmen werden von der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Link zur Website der Nationalen Klimaschutzrichtlinie: www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie